A Travellerspoint blog

Die Heimkehr

Hué - Hanoi - Singapore - Bangkok - Zürich

overcast 30 °C
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Wir sind wieder zu Hause! Ganz recht, ihr lest richtig! Seid gut 4 Wochen schnuppern wir nun wieder Alpenluft und essen Kartoffeln, Teigwaren und Käse. Uns geht es bestens. Kurz möchten wir Euch erzählen, wie es uns auf unserer verfrühten Heimkehr ergangen ist:

Wenig später nachdem wir den letzten Bericht verfasst hatten, erreichte uns ein Anruf von Münchenbuchsee, dass Saschas Grossvater aus gesundheitlichen Gründen ins Spital eingeliefert werden musste. Glücklicherweise war sein Zustand stabil. Dennoch entschieden wir uns unser Asien-Abenteuer abzubrechen und unverzüglich nach Hause zu kommen.

In der Nacht nahm Sascha übers Internet Kontakt mit Zuhause auf. Mit Skype-Chat (Kopfhörer gabs nicht im Luxuszimmer...) klärte ich die Versicherungslage und mögliche Rückflüge ab. Unser grosses Problem war, dass wir in Hué waren. Von dort aus fliegen nur 3 Vietnam Airlines-Maschinen pro Tag nach Hanoi, die frühste flog morgens um 8.40 Uhr. Die Flüge waren nicht online buchbar. So blieb uns nichts anderes übrig, als das ganze am nächsten Morgen selbst in die Hände zu nehmen.

Um 6 Uhr ging der Wecker. Schlaftrunken und völlig ko packten wir unsere "Wohnwagen" ein letztes Mal. Dabei liessen wir unsere alten Kleider im Hotelzimmer zurück - vermutlich werden sie einen neuen dankbaren Besitzer finden.
Da die Rezeption die Flüge nicht vor 7.15 Uhr buchen konnte, machten wir uns zu Fuss zum Büro der Vietnam Airlines auf. Dieses öffnete um 7 Uhr. Es reichte noch für 2 Tickets mit dem ersten Flug nach Hanoi. Wir spurteten also zurück ins Hotel, checkten-out, bestiegen ein Taxi und rasten zum Flughafen. Alles klappte bestens und noch bevor wir uns im klaren waren, was überhaupt geschehen war, hoben wir in die Wolken ab. Es war als würden wir aus einem Traum gerissen. Wir hatten kaum Gelegenheit, uns vom Land zu verabschieden und uns auf die Heimkehr vorzubereiten. Wir sassen zwar physisch im Flieger, doch in unseren Köpfen waren wir irgendwo in einem Nightmarket am Fried Rice essen.

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Der Flug nach Hanoi dauerte weniger als 1 Stunde. Dort angekommen, versuchten wir in der Abflugshalle ein Weiterflugsticket nach Singapore oder Bangkok zu erhalten. Gerne hätten wir den ganzen Flug bis in die Schweiz gebucht, doch es gab nur einen Ticketschalter von Vietnam Airlines. Da uns der Flughafen von Singapore sehr gut gefallen hatte und wir uns bessere Flugverbindungen von dort aus erhofften, entschieden wir uns nach Singapore zu fliegen. Die Dame am Ticketschalter sah uns mit grossen Augen an als sie erfuhr, dass wir von SIN aus noch keine Weiterflugstickets hatten. Sie meinte besorgt, dass wir hoffendlich genügend Geld bei uns hätten, da die Tickets dort sehr teuer seien.
Da wir erst Last-Minute einchecken konnten, mussten wir uns durch die Passkontrolle und den Zoll beeilen. Natürlich war Saschas Pass wieder besonders interessant für die Zöllner. Vor dem Gate verwandelten wir unsere letzten Dongs in Tee um und stiegen erst nach dem "letzten Aufruf" ins Flugi ein - es war übrigens die selbe Kiste, die wir knapp 3 Stunden zuvor in Hué bestiegen hatten. Jetzt war unser Abenteuer definitiv zu Ende. Es ging heimwärts! Wehmütig blickten wir auf die vergangegen 4 Monate zurück - es war eine wunderbare und traumhafte Zeit, die wir mit Bestimmtheit nie vergessen werden.

In Singapore mussten wir zum 3. Mal innerhalb von 2 Monaten immigrieren, um überhaupt an Flugtickets kommen zu können. Verständnisvoll drückte uns die Zöllnerin den runden Stempel in die Pässe. In der Abflugshalle standen wir vor dem Entscheid Swiss vs. Singapore Airlines. Gerne wären wir einmal mit Sinapore geflogen, doch da der Swiss Flug früher abflog, kauften wir unsere Tickets dort. Beim Kauf erwähnte die Stewardess nebenbei, dass der Flug einen stop-over in Bangkok einlegen werde. SUPER!!! - da fliegen wir den ganzen Weg von Hanoi nach Singapore, um wieder zurück nach Bangkok zu dürfen. So hätten wir auch direkt dort hin fliegen können...
Bis zum Abflug um 21.40 Uhr vergnügten wir uns in der Shopping Mall - vergnügen ist etwas übertrieben, angesichts unserer Müdigkeit und dem Grund der Heimkehr. Der Flug nach Hause war der beste Flug in unserer Fliegerkarriere. Der Service und die Einrichtung waren tadellos. Einzig zum Schlafen wäre etwas mehr Platz kein Luxus gewesen. Der Flug ging von Bangkok aus weiter über Burma, Bangladesch, Indien, Pakistan, Afghanistan zum Kaspischen und Schwarzen Meer und von dort über Rumänien, Ungarn und Österreich nach Zürich.

In Zürich, wo wir um 6 Uhr morgens landeten, war unser Flugmarathon nach 30 Stunden schliesslich zu Ende. Dort wurden wir von Susi und Nicole herzlich empfangen und nach Münchenbuchsee gebracht.

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Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!

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Posted by kasa 10.11.2006 01:19 Archived in Vietnam Tagged backpacking Comments (1)

Die Handelsstadt und das Champa-Reich

Hoi An - My Son - Hué

overcast 26 °C
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Nachdem wir uns von der anstrengenden Nachtbusfahrt erholt hatten, erkundeten wir das kleine Städtchen Hoi An. Wir verliebten uns sofort in die kleinen Gässchen mit den chinesischen, japanischen, vietnamesischen und französischen Einflüssen.

Die bemerkenswertesten Gebäude sind die 200 Jahre alten Wohnhäuser wohlhabender chinesischer Kaufleute, deren Nachfahren noch heute inmitten faszinierender Antiquitäten leben. Wir haben eines davon besucht, nämlich das Tran Duong Kaufmannshaus. Duong (Vorname) Tran (Familienname) ist 61 Jahre alt und pensionierter Mathematiklehrer. Als wir vor seinem Haus anhielten, lud er uns mit einer einladenden Geste in sein Haus ein. Nachdem wir eingetreten waren, schloss er die Tür ab, denn so habe er genügend Zeit und Ruhe für uns. In einer Mischung aus Französisch (die Schweizer reden ja schliesslich französisch) und Englisch schilderte er uns bei vietnamesischem Tee die Geschichte seiner Familie und zeigte uns anschliessend verschiedene antike Möbel.

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Neben den Kaufmannshäusern ist Hoi An auch berühmt für seine Schneidereien. Und so konnten wir es uns nicht verkneifen, massgeschneiderte Kleider anfertigen zu lassen. Mit dem Hintergedanken an den kommenden Winter in der Schweiz liessen wir uns beide einen dicken Wintermantel schneidern. Dazu kamen noch einige Hemden und ein Anzug. Es war ein völlig neues Gefühl, mal nicht durch die Regale von H&M zu stöbern, sondern in Katalogen Stoffe und Modelle auszusuchen. Nach dem Massnehmen probierten wir in regelmässigen Abständen unsere Schmuckstücke an und liessen noch kleine Änderungen vornehmen. Bis sie piccobello passten!

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Wir hatten das Glück, dass wir das allmonatliche Vollmondfest in Hoi An miterleben konnten. Für wenige Stunden wurden die Strassen des Stadtzentrums als Fussgängerzone erklärt und für den Verkehr gesperrt (so mussten sich die Vietnamesen für einmal von ihrem geliebten Motorrad trennen). Zudem wurde die gesamte Strassenbeleuchtung ausgeschaltet und nur noch die verschiedenfarbigen Lampen, mehr Lampione, beleuchteten die Strassen. Im Fluss schwammen farbige Lichter und auf Booten sangen (besser quitschten) Einheimische vietnamesische Musik. Es war spannend, die mit Essenständen und Menschen gefüllten Strassen entlang zu schlendern und dem Treiben zuzuschauen.

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40km südwestlich von Hoi An liegen die Ausgrabungen von My Son [Mi Son]. Diese Ruien wurden im 19. Jahrhundert von französischen Archeologen entdeckt und frei gelegt. My Son war einst das spirituelle Zentrum des Königreiches Champa. Dieses Reich herrschte 1400 Jahre im heutigen Zentral- und Südvietnam. Durch die enge Nachbarschaft zu den Khmer im Süden und den Dai Viet im Norden kam es immer wieder zu Kriegen. Durch die Expansion der Vietnamesen wurden die Cham immer weiter nach Süden verdrängt, bis sie im 15. Jahrhundert endgültig von den Viet annektiert wurden. Das ursprünglich aus Indonesien stammende Cham-Volk lebt noch heute als islamische Minderheitsgruppe (110'000 Menschen) in den südlichen Provinzen Vietnams. Durch den Seehandel mit Indien hielt vorübergehend der Hinduismus Einzug in die Cham-Kultur. Daher sind die Tempel der heiligen Stätte Shiva, Vishnu und Brahma geweiht. Im Mittelpunkt eines typischen Tempelkomplexes steht das Sanktuarium, nämlich der Kalan. Dieser enthält einen Lingam, die phallische Darstellung Shivas, welcher sich auf einem Sockel (weibliches Symbol) befindet, der mit Rinnen versehen ist, damit bei den Riten heiliges Wasser und Blut ablaufen konnte. Es wird erzählt, dass die Umarmung des Lingam dem Mann besondere Kräfte verleihe.
Die Tempel sind in mehreren Gruppen über ein weitläufiges Areal verteilt. Durch die Bewaldung und den Vietnamkrieg wurde dieses UNESCO-Kulturerbe stark in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem die B52-Bomben hinterliessen tiefe Spuren. Und dennoch ist es faszinierend, die hochentwickelte und schön verzierte Mauerkunst der Cham zu bewundern - anstelle von Mörtel verwendeten sie ein Harz, das sie mit gemahlenen Weichtierschalen und zerschlagenen Ziegeln mischten und das lediglich haarfeine Fugen zwischen den einzelnen Schichten hinterliess.

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Mit Müh und Not haben wir unsere mit neuen Kleidern vollgestopften Rucksäcke doch noch schliessen können. Die Sightseeingbusfahrt nach Hué wurde uns mit Stopps bei den Marble Mountains und auf dem Wolkenpass (soll grossartige Ausblicke eröffnen) angepriesen. Der Stopp bei den Marble Mountains entputppte sich als 15 minütiger Shoppinghalt, so dass wir uns die Höhlen aus zeitgründen nicht ansehen konnten. Und anstatt über den wunderschönen Wolkenpass fuhren wir kurzum durch den neuen Strassentunnel durch den Berg, super...
Aber wir sind trotz Frust gut in Hué angekommen und auch herzlich von den Touristenjägern empfangen worden - jeder hatte natürlich das neuste und schönste Hotel zu bieten.
Gut trainiert wie wir sind, liessen wir uns nicht davon abschrecken und suchten uns selbst ein schönes Hotel aus. Und was für eins. Der Luxus ist noch um eine Klasse gestiegen, jetzt haben wir sogar Gratis-Internet auf dem Zimmer.

Posted by kasa 06.11.2006 03:29 Archived in Vietnam Tagged backpacking Comments (0)

Stürmische Zeiten

Nha Trang

semi-overcast 31 °C
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Eigentlich sollte Nha Trang nur ein Zwischenhalt auf dem langen Weg nach Hoi An darstellen. Neben dem schönen Stadtsandstrand, ein paar alten Cham-Türmen und unzähligen Budget-Hotels hat die Stadt nicht viel zu bieten.
Doch (zum Glück) erfuhren wir hier vom Supertaifun 'Cimaron', der in den Philippinen sein Unwesen getrieben hat. Zunächst sollte er direkt auf Hoi An und Hué treffen. Daher entschieden wir uns unseren Aufenthalt in Nha Trang zu verlängern und die Geschehnisse genau zu verfolgen. Wir sind schon fast kleine Buchelis geworden; Meldungen wie die folgende sind ja auch sehr leicht verständlich:
(Quelle: http://www.saevert.de/cimaron.htm, http://www.typhoon2000.com)

WDPN31 PGTW 310300
MSGID/GENADMIN/NAVPACMETOCCEN PEARL HARBOR HI/JTWC//
SUBJ/PROGNOSTIC REASONING FOR TYPHOON 22W WARNING NR 18//
RMKS/
1. FOR METEOROLOGISTS.
2. PROGNOSTIC REASONING FOR 310300Z OCT TO 041200Z NOV 2006.
A. TYPHOON (TY) 22W (CIMARON), LOCATED APPROXIMATELY 285 NM NORTH-
WEST OF MANILA, PHILIPPINES, HAS TRACKED NORTHWESTWARD AT 06 KNOTS
OVER THE PAST SIX HOURS.
B. TY 22W IS CURRENTLY TRACKING TOWARD A MINOR WEAKNESS IN THE
SUBTROPICAL RIDGE SOUTH OF HONG KONG, CREATED BY A QUICKLY TRANS-
LATING MINOR SHORTWAVE TROUGH. THIS WEAKNESS WILL BE ENHANCED THROUGH
TAU 36 BY A SECOND SHORTWAVE TROUGH CURRENTLY IN CENTRAL CHINA.
BEHIND THE SHORTWAVE TROUGH, AN ANTICYCLONE OVER SOUTHERN CHINA WILL
BUILD EASTWARD, INDUCING A SOUTHWESTWARD TRACK ON THE SOUTHEASTERN
PERIPHERY OF THE RIDGE. THE AVAILABLE DYNAMIC AIDS ARE IN FAIR AGREE-
MENT WITH THIS SCENARIO. THE EXCEPTIONS ARE WBAR AND TCLAPS, WHICH
HAVE CONSISTENTLY SHOWN A SHARP POLEWARD TURN INCONSISTENT WITH THE
CURRENT SYNOPTIC SITUATION. THIS FORECAST IS BASED ON A CONSENSUS OF
THE REMAINING DYNAMIC AIDS.

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Am Dienstag hiess es, dass er gegen Norden abgewichen sei und vermutlich Hanoi treffen werde. Schon einen Tag später war die Rede von Hong Kong. Wir scheinen also noch einmal Glück gehabt zu haben. Falls er immer noch nach Vietnam kommen sollte, so wird er bestimmt viel seiner einstigen Stärke eingebüst haben. Deshalb setzten wir am Donnerstag unsere Reise fort und fuhren nach Hoi An.

Leider wurde der Tagbus gestrichen, so dass nur die Option "Nachtbus" blieb. Als wir morgens früh (5.45 Uhr) in Hoi An ankamen, waren wir platt - wie nach einer Woche Nachtdienst an der Kleintierklinik ;-). Dafür sollte uns der Charme dieses Städtchens für die Tortur entschädigen (mehr dazu später).

'Cimaron's Ende: Nach dem der Taifun die Philippinen "verdaut" hatte, brauste er mit voller Wucht gegen Hong Kong zu. Vor der Küste begann er sich aber um die eigene Achse zu drehen - böse Zungen behaupten, dass es der Einfluss des Opiums von Hong Kong war. Er drehte sich solange bis er die Orientierung verlor und als warmer Furz über dem Südchinesischen Meer verdampfte...

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Posted by kasa 04.11.2006 21:43 Archived in Vietnam Tagged backpacking Comments (1)

Vom Strand in die Wolken

Mui Ne - Da Lat

overcast 26 °C
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Mit dem "Open Tour"-Bus fuhren wir von Saigon nach Mui Ne. Dort nahmen wir uns ein nettes kleines Hotel am Strand mit einem herrlichen grünen Palmengarten. Der weisse Strand lud herrlich zum Baden ein. Leider wurde der Wind am Nachmittag immer stärker, was nur die Kitesurfer freute, welche sich im Meer tummelten.

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Neben dem Strand hat man in Mui Ne auch einen schönen Einblick in das Leben der Fischer. Ganz in der Nähe vom Hotel befindet sich das eigentliche Fischerdorf, in dessen Hafen hunderte von farbigen Booten liegen. Diese verlassen bei der Abenddämmerung das Ufer und sorgen für ein Lichtermeer draussen auf dem Wasser. Neben diesen Booten sieht man aber auch Korbboote - kuriose Weidekörbe, in welchen 2-3 Personen Platz finden. Diese werden mit den grossen Booten hin und her geschifft. Für kleine Strecken dient ein einzelnes Ruder.
Auch am Morgen reihen sich die Fischerfamilien am Strand auf und ziehen in gemeinsamer Arbeit schwere Netze an Land. Es ist faszinierend, diesem Treiben zuzuschauen.

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Neben der Fischerei gibt es schöne Sanddünen zu besichtigen. Im sogenannten 'Red Canyon' hat man den Eindruck, mitten im 'Bryce Canyon Nationalpark' in Amerika zu sein (nur etwas kleiner).

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Eine kleines Stück mit roten Dünen unmittelbar hinter dem Fischerdorf versetzt einem mitten in der Sahara. Kinder versuchen den Touristen für ein paar Dong ihre Plastikmatten anzudrehen, mit denen man die Dünen hinunterschlitteln kann. Koreaner und Japaner scheinen daran besonders viel Spass zu haben...

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Da wir noch nicht genau wissen, was uns alles im Norden erwarten wird, machten wir uns bereits nach einem Strandtag weiter auf den Weg. Dazu fuhren wir durch eine savannenartige Landschaft, vorbei an Weide- und Reisfeldern, bis wir über eine kurvige Strasse ins zentrale Hochland hinauffuhren.

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In Da Lat, einem ehemaligen Höhenkurort für hitzegeplagte Franzosen, fanden wir eine traumhafte (Dreams Hotel) Unterkunft mit Massagedusche und einem leckeren Frühstücksbuffet! Obschon die Stadt nicht von Schönheit strotzt (eigentlich eher hässlich ist), fühlten wir uns sehr wohl. Dies lag zum einen am Hotel und zum anderen an der lustigen Gesellschaft eines Bünderpäärchens, die wir hier oben getroffen haben. Wir konnten sogar wieder einmal einen Schieber bestreiten! So kurten wir einige Tage hier - froren sogar in der Nacht - und nahmen bereits ein erstes Mal den Reiseführer von Indien hervor, um uns etwas vorzubereiten.

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Fischers Fritz fischt frische Fische (aus Dalat):

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Posted by kasa 29.10.2006 00:56 Archived in Vietnam Tagged backpacking Comments (1)

Saigon - Stadt der verrückten Motorradfahrer

Ho Chi Minh City (Saigon) - Mekong Delta

sunny 35 °C
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Nachdem wir die letzten Tage auf Bali sehr genossen hatten, kehrten wir für eine Nacht zurück nach Singapore, wo Christians Waschmaschine wieder auf Hochtouren lief. Um 2 Uhr morgens konnten wir uns endlich hinlegen. Doch der Tumbler schien einen schlechten Tag erwischt zu haben, denn am Morgen mussten wir die halbe Wäsche nass einpacken.
Am Flughafen verabschiedeten wir uns von einem 8.6kg Paket. Nach dem Motto: "Driving (shipping) home for Christmas" nahm es den langen und beschwerlichen Weg nach Europa auf sich.
Der Flug mit Garuda Indonesia war wieder sehr angenehm. Wir benötigten eine geschlagene halbe Flugstunde, um den Rauchschwaden von Singapore zu entfliehen. Sie stammten von grossen Waldbränden auf Indonesien und hüllten grosse Landstriche in Malaysia und Singapore ein.

Im Flughafen von Ho Chi Minh City wurden wir vom vietnamesischen Staat freundlich begrüsst. Der Zöllner kontrollierte 5 Minuten lang unsere Pässe, blätterte unmotiviert darin herum, starrte uns minutenlang an und erteilte uns schliesslich den notwendigen Stempel.
Mit dem Allerweltsbus Nr. 152 (mit Airportbus angeschrieben) fanden wir auf Anhieb den Weg ins Travellerviertel (zwischen De Tham und Phan Ngu Lao Road) und darin das nette und bequeme AnAn Hotel.

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Wir freuten uns über den "Rechtsverkehr". Doch mit Schrecken stellten wir fest, dass hier ein "Chaosverkehr" herrscht. 1000ende Motorräder zwängen sich kreuz und quer über den Asphalt und auf beiden Strassenseiten herrscht Gegenverkehr. Die sicherste Methode als Fussgänger heil das gegenüberliegende Trottoir zu erreichen, ist, den Verkehr zu ignorieren und langsam aber kontinuierlich zu laufen.

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Während 2 Tagen erkundeten wir Ho Chi Minh City (früher Saigon genannt). Der französische Einfluss der Kolonialzeit ist noch immer omnipräsent: Notre Dame-Kathedrale, Champs-Elysées des Ostens, das wunderschöne Hauptpostamt und das Hotel de Ville sind einige koloniale Sehenswürdigkeiten der Stadt.

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Auch die Spuren des Vietnamkrieges sind in und um Saigon immer noch spürbar. So kann man das Kriegsmuseum mit seinen eindrücklichen und erschreckenden Fotos, den ehemaligen Präsidentenpalast und die einstigen Offiziersunterkünfte (heute alles renomierte Hotels) besuchen. Überall in der Stadt bekommt man immer wieder Behinderte und Opfer des 'Agent Orange' (ein chemisches Entlaubungsmittel, welches tonnenweise, ungezielt über Vietnam ausgeschüttet wurde und zu schrecklichen Missbildungen führte) zu Gesicht.

Wenige Kilometer ausserhalb liegen die Cu Chi Tunnel. Diese dienten den Vietcong als Unterschlupf. Das Tunnelsystem wurde bereits während des 1. Indochinakrieges erbaut und während den 60er und 70er Jahren auf eine Gesamtlänge von 250km ausgebaut. Es bestand aus Kammern, die als Unterkunft, Küche, Werkstatt, Kommandozentrale und sogar Krankenstation dienten und durch komplizierte Gänge miteinander verbunden waren. Durch die Flächenbombardierungen wurde dieses Labyrinth nicht etwa zerstört, sondern das Feuer an der Oberfläche verfestigte den Lehmboden. Auf einer 30 Meter langen Strecke konnten wir diese Unterwelt bekriechen. Auf allen Vieren zwängten wir uns durch einen düsteren, muffligen, warmen und lehmigen Gang. Wir waren froh, als wir wieder frische Luft schnappen konnten - lange hätten wir es darin nicht ausgehalten. Auf dem Gelände konnte man auch die primitiven Fallen besichtigen, welche die Vietcongs den Amis stellten: Bambusfallgruben, Speertretfallen und recycle-Bomben.

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Mit DeltaAdventures besuchten wir auf einer 3-Tagestour das Mekong Delta (Cai Be – Vinh Long – Can Tho – Long Xuyen - Chau Doc). Der Mekong, welcher seinen Ursprung in Tibet hat und anschliessend durch China, Burma, Thailand, Laos, Kambodscha und schliesslich Vietnam fliesst, mündet hier als neunköpfiger Drachen ins Südchinesische Meer. Wir begegneten der braunen Bestie bereits in Nong Khai (Thailand). Daher stellten wir uns die Frage, wer wohl schneller im Delta angekommen war - die Suppe oder wir?

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Mit Booten und Bussen erkundeten wir die Hauptschlagader, die Flüsse. Das Leben spielt sich im und um das trübe Nass ab: Die Leute wohnen, kochen, waschen, baden, fischen im Fluss. Er dient ihnen als Hauptverkehrsachse und Handelszentrum, welche sie mit kleinen und grossen Booten befahren. Leider landen auch alle 'Nebenprodukte' ungefiltert in der Brühe. Doch das scheint niemanden vom Baden und Spielen abzuhalten.

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Im Mekong Delta dreht sich alles um den Reis. Neben China, Indien, Thailand und Indonesien gehört Vietnam zu den grössten Reisproduzenten (3. grösster Exporteur der Welt). Reis dient als Ausgangsprodukt von Reispapier für Frühlingsrollen, Reisnudeln (vermischt mit Original-Mekongwasser...), Popreis (à la Popcorn), Reismehl, Leiswein, ist Bestandteil von Bier und natürlich DAS Grundnahrungsmittel (zu jeder Mahlzeit gibt es Reis, judihui...).

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Nach einer interessanten und intensiven Woche im Süden sind wir nun auf dem Weg in den Norden...

Posted by kasa 23.10.2006 07:40 Archived in Vietnam Tagged backpacking Comments (1)

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