A Travellerspoint blog

Das andere Thailand

Nong Khai - Nang Rong - Bangkok

sunny 30 °C
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Geplant war eine Übernachtung in Chiang Mai mit einem gemütlichen letzten Abend auf dem Nachtmarkt. Doch wie so immer kam alles anders: am Busbahnhof angekommen, stellten wir fest, dass morgens keine Busse nach Udon Thani fahren. Da die Fahrt 12h dauert, entschieden wir uns, noch am gleichen Abend mit dem VIP Nachtbus weiterzureisen. Die anschliessende Fahrt verlief im Tiefkühlfach problemlos (Haben von Pingu geträumt).
Um 5 Uhr morgens wurden wir von angenehmen asiatischen Klängen wach geküsst (noch nicht einmal die Sonne war aufgestanden und unsere Busfahrt dauerte auch noch 2h!). In Udon Thani fanden wir sofort unseren bereits abfahrenden Anschlussbus und kamen nach einer 24h Reise endlich in Nong Khai an.

Nong Khai liegt am Mekong im Nordosten von Thailand und grenzt an Laos an. Nachdem wir richtig ausgeschlafen hatten, mieteten wir am nächsten Tag einen Feuerstuhl (Honda Dream 80ccm) und erkundeten die Umgebung.
Im Sculpture Park hat ein laotischer Künstler manigfaltige bizarre Figuren erschaffen, die buddhistische Geschichten und Figuren darstellen. Es erinnerte uns an den Tarotgarten von Niki de Saint Phalle in der Toskana. Wir fanden aber nicht nur kalten toten Stein, sondern auch eine sehr lebendige Schlange und viele bunte Schmetterlinge.

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Den Rest des Tages kurvten wir dem Mekong entlang nach Sri Chiangmai, wo man angeblich den besten Blick auf die laotische Hauptstadt Vientiane haben soll. Alles was wir sahen, war ein weisser Vorhang, besten Falls das andere Ufer des Mekongs. Als wir nämlich angekommen waren, brachen sich die Wolken über unserem Kopf und es pisste 1h lang wie aus Kübeln.

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Da es hier sonst nicht viel zu sehen gab, fuhren wir am Donnerstag Richtung Süden nach Nang Rong. Eigentlich glaubten wir an eine 5 stündige erholsame Busfahrt entlang des Friendship Highways. Doch unser Bus entpuppte sich als "Fangbus", mit dem Ziel, möglichst viele Leute nach Nakhon Ratchasima zu bringen. In jedem noch so kleinen Kaff sprangen die Kontrolleure vom Schiff, rannten durch die Gassen und quatschten jeden mit einer Reisetasche an, ob sie nicht mitkommen wollen (auch wenn sie schon zu Beginn abwinkten...). Das thailändische Bussystem ist sowieso sehr lustig und für Europäer undurchschaubar: Es gibt viele Busbahnhöfe (Ideal Standard Bauweise 0-8-15), doch die Leute steigen lieber 50m weiter vorne an der Strasse in den Bus. Die Busse halten mitten auf den Highways und laden dort Passagiere auf und ab. Mittagessen gibt es immer zwischen 12-1 und es wird im Kollektiv gegessen (einmal eine gute Erfindung). Tickets gibt es keine, man erhält einen 10m langen Couponstreifen oder ein Notizblatt mit 2 Stempeln drauf.

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So dauerte die Busfahrt geschlagene 8h und wir waren am Ende ziemlich genervt und mussten noch den Bus nach Surin nehmen. Abends um 7h kamen wir schliesslich in Nang Rong an. Sofort kam ein Taxifahrer und bot uns seine Dienste an. Da er aber 60 Baht verlangte (und uns schon wieder die Warnglocken leuteten), suchten wir nach Alternativen. So fragten wir ein paar Thais nach dem Weg zum Hostel und sie boten uns freundlicherweise sofort ihren Pickup an. Später erfuhren wir, dass die Taxifahrt wirklich 60 Baht kosten würde, peinlich!

Nang Rong ist ein kleines Städtchen am Highway 24, zwischen Korat (Nakhon Ratchasima) und Buriram. Hierher verschlug es uns wegen den bekannten Khmerruinen, die auf der Khmerstrasse von Angkor Wat (Kambodscha) nach Phimai (nördlich von Korat) liegen.
Im P. California Inter Hostel fanden wir die beste Ausgangsbasis dafür. Der Hostelvater sprach fliessend englisch und interessiert sich sehr für die Geschichte der Khmer. Er konnte uns mit vielen Tipps, einer handgezeichneten Strassenkarte und einem Tiger (Joker 120ccm) eindecken. Von den beiden Tempelanlagen Prasat Phanom Rung und Prasat Muang Wan waren wir begeistert. Ein kleines Detail: die 15 Türen von Prasat Phanom Rung sind so nach Osten ausgerichtet, dass man an jedem 3. April darin die Sonne aufgehen sieht.

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Hier erlebten wir das "andere Thailand". Entlang der Reisfelder fuhren wir an manchen einfachen kleinen Bauernsiedlungen vorbei und bekamen Einblick in das Leben dieser Thais.

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In einem Dorf hatten wir das Glück (dank Wick's Tipps), der Produktion und Verarbeitung von Seide beizuwohnen. Es war sehr spannend und da wir die einzigen Touristen weit und breit waren, luden sie uns in ihre Häuser ein und zeigten uns alles: Raupenzucht, Verpuppung, Kochen der Coccons und Gewinnung des Seidenfadens, Spinnen und Färben.

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So genossen wir am Ende unserer Thailandzeit noch das richtige, nicht touristische Thailand mit sehr lieben, nicht aufdringlichen, aber interessierten Thais. Da aber ziemlich niemand englisch sprach, mussten wir uns mit ein paar Brocken Thai und Händen und Füssen durchschlagen. Damit wir auch das richtige Essen bestellten, gab uns Wick einen Spickzettel mit; einen in lateinischer und einen in thailändischer Schrift. Geschmeckt hats jedesmal.

Unser nächstes Reiseziel ist Kuala Lumpur. Wir haben unseren Flug 5 Tage vorverschoben, so dass wir in Malaysia noch ein wenig das Meer geniessen können. Schliesslich ist es schon 5 Wochen her, als wir es zum letzten Mal gesehen haben :-). Bis es so weit ist, schlagen wir unsere Zeit im stinkenden Bangkok tot.

Posted by kasa 03.09.2006 05:10 Archived in Thailand Tagged backpacking

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