A Travellerspoint blog

Saigon - Stadt der verrückten Motorradfahrer

Ho Chi Minh City (Saigon) - Mekong Delta

sunny 35 °C
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Nachdem wir die letzten Tage auf Bali sehr genossen hatten, kehrten wir für eine Nacht zurück nach Singapore, wo Christians Waschmaschine wieder auf Hochtouren lief. Um 2 Uhr morgens konnten wir uns endlich hinlegen. Doch der Tumbler schien einen schlechten Tag erwischt zu haben, denn am Morgen mussten wir die halbe Wäsche nass einpacken.
Am Flughafen verabschiedeten wir uns von einem 8.6kg Paket. Nach dem Motto: "Driving (shipping) home for Christmas" nahm es den langen und beschwerlichen Weg nach Europa auf sich.
Der Flug mit Garuda Indonesia war wieder sehr angenehm. Wir benötigten eine geschlagene halbe Flugstunde, um den Rauchschwaden von Singapore zu entfliehen. Sie stammten von grossen Waldbränden auf Indonesien und hüllten grosse Landstriche in Malaysia und Singapore ein.

Im Flughafen von Ho Chi Minh City wurden wir vom vietnamesischen Staat freundlich begrüsst. Der Zöllner kontrollierte 5 Minuten lang unsere Pässe, blätterte unmotiviert darin herum, starrte uns minutenlang an und erteilte uns schliesslich den notwendigen Stempel.
Mit dem Allerweltsbus Nr. 152 (mit Airportbus angeschrieben) fanden wir auf Anhieb den Weg ins Travellerviertel (zwischen De Tham und Phan Ngu Lao Road) und darin das nette und bequeme AnAn Hotel.

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Wir freuten uns über den "Rechtsverkehr". Doch mit Schrecken stellten wir fest, dass hier ein "Chaosverkehr" herrscht. 1000ende Motorräder zwängen sich kreuz und quer über den Asphalt und auf beiden Strassenseiten herrscht Gegenverkehr. Die sicherste Methode als Fussgänger heil das gegenüberliegende Trottoir zu erreichen, ist, den Verkehr zu ignorieren und langsam aber kontinuierlich zu laufen.

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Während 2 Tagen erkundeten wir Ho Chi Minh City (früher Saigon genannt). Der französische Einfluss der Kolonialzeit ist noch immer omnipräsent: Notre Dame-Kathedrale, Champs-Elysées des Ostens, das wunderschöne Hauptpostamt und das Hotel de Ville sind einige koloniale Sehenswürdigkeiten der Stadt.

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Auch die Spuren des Vietnamkrieges sind in und um Saigon immer noch spürbar. So kann man das Kriegsmuseum mit seinen eindrücklichen und erschreckenden Fotos, den ehemaligen Präsidentenpalast und die einstigen Offiziersunterkünfte (heute alles renomierte Hotels) besuchen. Überall in der Stadt bekommt man immer wieder Behinderte und Opfer des 'Agent Orange' (ein chemisches Entlaubungsmittel, welches tonnenweise, ungezielt über Vietnam ausgeschüttet wurde und zu schrecklichen Missbildungen führte) zu Gesicht.

Wenige Kilometer ausserhalb liegen die Cu Chi Tunnel. Diese dienten den Vietcong als Unterschlupf. Das Tunnelsystem wurde bereits während des 1. Indochinakrieges erbaut und während den 60er und 70er Jahren auf eine Gesamtlänge von 250km ausgebaut. Es bestand aus Kammern, die als Unterkunft, Küche, Werkstatt, Kommandozentrale und sogar Krankenstation dienten und durch komplizierte Gänge miteinander verbunden waren. Durch die Flächenbombardierungen wurde dieses Labyrinth nicht etwa zerstört, sondern das Feuer an der Oberfläche verfestigte den Lehmboden. Auf einer 30 Meter langen Strecke konnten wir diese Unterwelt bekriechen. Auf allen Vieren zwängten wir uns durch einen düsteren, muffligen, warmen und lehmigen Gang. Wir waren froh, als wir wieder frische Luft schnappen konnten - lange hätten wir es darin nicht ausgehalten. Auf dem Gelände konnte man auch die primitiven Fallen besichtigen, welche die Vietcongs den Amis stellten: Bambusfallgruben, Speertretfallen und recycle-Bomben.

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Mit DeltaAdventures besuchten wir auf einer 3-Tagestour das Mekong Delta (Cai Be – Vinh Long – Can Tho – Long Xuyen - Chau Doc). Der Mekong, welcher seinen Ursprung in Tibet hat und anschliessend durch China, Burma, Thailand, Laos, Kambodscha und schliesslich Vietnam fliesst, mündet hier als neunköpfiger Drachen ins Südchinesische Meer. Wir begegneten der braunen Bestie bereits in Nong Khai (Thailand). Daher stellten wir uns die Frage, wer wohl schneller im Delta angekommen war - die Suppe oder wir?

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Mit Booten und Bussen erkundeten wir die Hauptschlagader, die Flüsse. Das Leben spielt sich im und um das trübe Nass ab: Die Leute wohnen, kochen, waschen, baden, fischen im Fluss. Er dient ihnen als Hauptverkehrsachse und Handelszentrum, welche sie mit kleinen und grossen Booten befahren. Leider landen auch alle 'Nebenprodukte' ungefiltert in der Brühe. Doch das scheint niemanden vom Baden und Spielen abzuhalten.

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Im Mekong Delta dreht sich alles um den Reis. Neben China, Indien, Thailand und Indonesien gehört Vietnam zu den grössten Reisproduzenten (3. grösster Exporteur der Welt). Reis dient als Ausgangsprodukt von Reispapier für Frühlingsrollen, Reisnudeln (vermischt mit Original-Mekongwasser...), Popreis (à la Popcorn), Reismehl, Leiswein, ist Bestandteil von Bier und natürlich DAS Grundnahrungsmittel (zu jeder Mahlzeit gibt es Reis, judihui...).

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Nach einer interessanten und intensiven Woche im Süden sind wir nun auf dem Weg in den Norden...

Posted by kasa 07:40 Archived in Vietnam Tagged backpacking

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Comments

Good morning vietnaaaaaaam!!! bzw. Hoi zäme
Merci für den tollen Bericht.
Wir wünschen Euch auch in Vietnam einen interesanten und schönen Aufenthalt.
Ä gueti Ziit
Susi&André

by quaile

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