A Travellerspoint blog

Das andere Thailand

Nong Khai - Nang Rong - Bangkok

sunny 30 °C
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Geplant war eine Übernachtung in Chiang Mai mit einem gemütlichen letzten Abend auf dem Nachtmarkt. Doch wie so immer kam alles anders: am Busbahnhof angekommen, stellten wir fest, dass morgens keine Busse nach Udon Thani fahren. Da die Fahrt 12h dauert, entschieden wir uns, noch am gleichen Abend mit dem VIP Nachtbus weiterzureisen. Die anschliessende Fahrt verlief im Tiefkühlfach problemlos (Haben von Pingu geträumt).
Um 5 Uhr morgens wurden wir von angenehmen asiatischen Klängen wach geküsst (noch nicht einmal die Sonne war aufgestanden und unsere Busfahrt dauerte auch noch 2h!). In Udon Thani fanden wir sofort unseren bereits abfahrenden Anschlussbus und kamen nach einer 24h Reise endlich in Nong Khai an.

Nong Khai liegt am Mekong im Nordosten von Thailand und grenzt an Laos an. Nachdem wir richtig ausgeschlafen hatten, mieteten wir am nächsten Tag einen Feuerstuhl (Honda Dream 80ccm) und erkundeten die Umgebung.
Im Sculpture Park hat ein laotischer Künstler manigfaltige bizarre Figuren erschaffen, die buddhistische Geschichten und Figuren darstellen. Es erinnerte uns an den Tarotgarten von Niki de Saint Phalle in der Toskana. Wir fanden aber nicht nur kalten toten Stein, sondern auch eine sehr lebendige Schlange und viele bunte Schmetterlinge.

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Den Rest des Tages kurvten wir dem Mekong entlang nach Sri Chiangmai, wo man angeblich den besten Blick auf die laotische Hauptstadt Vientiane haben soll. Alles was wir sahen, war ein weisser Vorhang, besten Falls das andere Ufer des Mekongs. Als wir nämlich angekommen waren, brachen sich die Wolken über unserem Kopf und es pisste 1h lang wie aus Kübeln.

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Da es hier sonst nicht viel zu sehen gab, fuhren wir am Donnerstag Richtung Süden nach Nang Rong. Eigentlich glaubten wir an eine 5 stündige erholsame Busfahrt entlang des Friendship Highways. Doch unser Bus entpuppte sich als "Fangbus", mit dem Ziel, möglichst viele Leute nach Nakhon Ratchasima zu bringen. In jedem noch so kleinen Kaff sprangen die Kontrolleure vom Schiff, rannten durch die Gassen und quatschten jeden mit einer Reisetasche an, ob sie nicht mitkommen wollen (auch wenn sie schon zu Beginn abwinkten...). Das thailändische Bussystem ist sowieso sehr lustig und für Europäer undurchschaubar: Es gibt viele Busbahnhöfe (Ideal Standard Bauweise 0-8-15), doch die Leute steigen lieber 50m weiter vorne an der Strasse in den Bus. Die Busse halten mitten auf den Highways und laden dort Passagiere auf und ab. Mittagessen gibt es immer zwischen 12-1 und es wird im Kollektiv gegessen (einmal eine gute Erfindung). Tickets gibt es keine, man erhält einen 10m langen Couponstreifen oder ein Notizblatt mit 2 Stempeln drauf.

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So dauerte die Busfahrt geschlagene 8h und wir waren am Ende ziemlich genervt und mussten noch den Bus nach Surin nehmen. Abends um 7h kamen wir schliesslich in Nang Rong an. Sofort kam ein Taxifahrer und bot uns seine Dienste an. Da er aber 60 Baht verlangte (und uns schon wieder die Warnglocken leuteten), suchten wir nach Alternativen. So fragten wir ein paar Thais nach dem Weg zum Hostel und sie boten uns freundlicherweise sofort ihren Pickup an. Später erfuhren wir, dass die Taxifahrt wirklich 60 Baht kosten würde, peinlich!

Nang Rong ist ein kleines Städtchen am Highway 24, zwischen Korat (Nakhon Ratchasima) und Buriram. Hierher verschlug es uns wegen den bekannten Khmerruinen, die auf der Khmerstrasse von Angkor Wat (Kambodscha) nach Phimai (nördlich von Korat) liegen.
Im P. California Inter Hostel fanden wir die beste Ausgangsbasis dafür. Der Hostelvater sprach fliessend englisch und interessiert sich sehr für die Geschichte der Khmer. Er konnte uns mit vielen Tipps, einer handgezeichneten Strassenkarte und einem Tiger (Joker 120ccm) eindecken. Von den beiden Tempelanlagen Prasat Phanom Rung und Prasat Muang Wan waren wir begeistert. Ein kleines Detail: die 15 Türen von Prasat Phanom Rung sind so nach Osten ausgerichtet, dass man an jedem 3. April darin die Sonne aufgehen sieht.

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Hier erlebten wir das "andere Thailand". Entlang der Reisfelder fuhren wir an manchen einfachen kleinen Bauernsiedlungen vorbei und bekamen Einblick in das Leben dieser Thais.

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In einem Dorf hatten wir das Glück (dank Wick's Tipps), der Produktion und Verarbeitung von Seide beizuwohnen. Es war sehr spannend und da wir die einzigen Touristen weit und breit waren, luden sie uns in ihre Häuser ein und zeigten uns alles: Raupenzucht, Verpuppung, Kochen der Coccons und Gewinnung des Seidenfadens, Spinnen und Färben.

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So genossen wir am Ende unserer Thailandzeit noch das richtige, nicht touristische Thailand mit sehr lieben, nicht aufdringlichen, aber interessierten Thais. Da aber ziemlich niemand englisch sprach, mussten wir uns mit ein paar Brocken Thai und Händen und Füssen durchschlagen. Damit wir auch das richtige Essen bestellten, gab uns Wick einen Spickzettel mit; einen in lateinischer und einen in thailändischer Schrift. Geschmeckt hats jedesmal.

Unser nächstes Reiseziel ist Kuala Lumpur. Wir haben unseren Flug 5 Tage vorverschoben, so dass wir in Malaysia noch ein wenig das Meer geniessen können. Schliesslich ist es schon 5 Wochen her, als wir es zum letzten Mal gesehen haben :-). Bis es so weit ist, schlagen wir unsere Zeit im stinkenden Bangkok tot.

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Erholungszone im Pairadise

Pai

rain 27 °C
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Nach 6 Wochen Tuk Tuk- und Taxifahrern, Schneidern, Masseusen, Feilschen auf dem Markt und Feinstaubbelastung sehnten wir uns nach ein wenig Erholung. So fuhren wir von Chiang Mai aus mit einem Schüttelminibus über sieben Berge nach Pai, unserem nördlichsten Reiseziel in Thailand.
Unser Resort in Pai, das Pairadise, war für Erholung wie geschaffen. Wir verbrachten unsere Tage entweder mit Games und kurzen Abkühlungen im schönen Naturpool, oder unternahmen von hier aus Tagesausflüge.

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So mieteten wir uns eine Honda Waves 125ccm (Halbautomatik, 100Baht für 30h) und fuhren zu Tom's Elephantencamp. Mit Phanom, einer Elephantenfrau Jahrgang 58, starteten wir unseren dreistündigen Ritt in die Berge. Sie führte uns an Sojabohnen- und Reisfeldern vorbei und durch schmale steinerne Wege im Dschungel. Der Ritt endete mit einem Bad im Fluss. Nachdem wir völlig nass gespritzt waren, gab der Guide Phanom den Befehl, sich niederzuknien und durch Kopfschleudern begann sie uns von ihrem Hals runterzuwerfen. Ot, die 2. Elephantenfrau, hatte eine andere Badespezialität: sie warf sich auf Befehl auf eine Seite und drehte sich so weit, bis man runterfiel. Dieses Elephantenwasserrodeo war ein riesen Spass. Man brauchte auch keine Angst zu haben, denn kaum war man im Wasser gelandet, bewegten sie sich nicht mehr und man konnte wieder aufsteigen.

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Am nächsten Tag, der Allerwerteste schmerzte ziemlich, kurvten wir mit unserer Honda in der Umgebung von Pai umher, besuchten den Pai Canyon, den Pam Bok Wasserfall und genossen die wunderschöne Aussicht über das Tal. Auch das Wetter meinte es besonders gut mit uns, so dass wir am Abend wie die Glühwürmchen leuchteten.

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Zu richtigen Erholungsferien gehört auch die persönliche Körperpflege. Da Saschas Moos galaktische Dimensionen angenommen hatte, wagte er sich am Samstag Abend zum Coiffeur. Für 1 Franken, wie zu Grossättis Zeiten, gabs einen original Thai-Rundumschnitt (schön kurz ist auch schön).

Nach einem Tag Verschnaufpause wollten wir zu Fuss zum Mae Yen Wasserfall wandern. Wegen früheren Erfahrungen nahmen wir nun die im Führer angegebenen 4 Stunden pro Weg (7km) als Richtzeit. Nach einem 1 stündigen Marsch auf einem schmalen Weg mit viel Gestrüpp entlang von Reisfeldern gelangten wir endlich in den kühlen Schatten des Dschungels. Nach Überqueren des Flusses verliefen wir uns und endeten in einer undurchdringlichen dornigen Sackgasse. Auf dem Weg zurück zum Fluss trafen wir auf 3 weitere Wandervögel - ähhh Wasserratten - und gemeinsam wateten wir durch den Fluss auf der Suche nach dem richtigen Weg. Als wir nach eine Stunde Flusswanderung schon aufgeben wollten, entdeckten wir den versteckten Weg. Auf festem Boden gings zügiger vorwärts, doch die Abstände der Flussüberquerungen wurden immer kürzer und unsere Beine immer müder. Kurz vor dem Ziel stürzte Karin im Fluss unglücklich und brach sich wahrscheinlich die kleine linke Zehe (Röntgenblickdiagnose: einfache Diaphysenfraktur des Phalanx 1/V links).

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Nach einer Indiana Jones-Verarztung machten wir uns humpelnd (v.a. Karin) auf dem Heimweg. Glücklicheweise fanden wir dieses Mal auch den richtigen Feld-Wald-und-Wiesenweg und mussten nicht mehr lange im Fluss waten. Den Mae Yen Wasserfall haben wir leider nicht gesehen, doch kaum im Bungalow angekommen, begann es so stark zu regnen, dass wir einen Wasserfall vor der Haustüre hatten.

Schwermütig packten wir heute morgen unsere sieben Sachen zusammen, verabschiedeten uns von unserer persönlichen Wachhündin 'Pai' und fuhren über die sieben Berge zurück nach Chiang Mai. Von hier aus gehts weiter in den Nordosten des Landes.

In Sachen Wettbewerb: Trotz vielen, vor allem lustigen Antworten wurde der Jackpot noch nicht geknackt. Weitere Antworten werden immer noch angenommen.

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Durch die Steinzeit nach Elephantenhausen

Ayutthaya - Lopburi - Sukothai - Chiang Mai

overcast 30 °C
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Unser erster Halt auf der Reise nach Norden führte uns in die Steinzeit nach Ayutthaya. Hier fanden wir eine schöne und idylische Bleibe Ubonpon Inn, mit guter "Luft" und leisen Nächten - über die Morgen müssen wir hier nicht sprechen (die Leserschaft versteht ohnehin kein thai...).
Ayutthaya war einst die Hauptstadt von Siam und wurde 1767 von den Burmesen zerstört, woraufhin Bangkoks Aufstieg begann. Die Thais sind über die Vernichtung immer noch etwas sauer. Am Abend unserer Ankunft buchten wir eine Night-Tour durch das historische Zentrum. Die beleuchteten Tempel waren wunderschön. Leider war unsere Reisegruppe sehr gestresst, so dass manchmal die Belichtungszeit der Kamera nicht ausreichte, um ein Foto zu schiessen. Tags darauf gings per elegantem Eingangvelo mit Lenkradkörbchen und schiefem Sattel los in die historische Stätte. Wir kurvten den ganzen Tag von Ruine zu Ruine bis uns die Ärs... weh taten. Weil wir derart Spass am Velofahren bekamen blieben wir noch einen Tag länger und besuchten etwas ausserhalb die königliche Elefantenfalle, wo einst wilde Elefanten eingefangen und anschliessend dressiert wurden.

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Mit dem Offen-Fenster-Schüttelbus gings quer durch die Prärie weiter nach Lopburi. Nebst ein paar Steinen kann man sich hier vor allem von einer wilden Makakkenhorde unterhalten lassen, die in den Ruinen lebt und von dort aus die Stadt und den Verkehr unsicher macht.

Per Zug fuhren wir am nächsten Tag bereits weiter nach Phitsanulok. "Zug" ist vielleicht der falsche Ausdruck. Es waren drei klimatisierte Waggons, die aneinander gekoppelt waren. Eine Lokomotive gab es nicht, die Wagenräder selbst waren motorisiert. Damit rasten wir auf der Eingeleiseterasse der staatlichen Eisenbahn zwischen unendlich weiten Reisfeldplantagen hindurch. Am Mittag gab es selbstverständlich eine warme Verpflegung (Im Preis von ca. 10 SFr inklusive - Liebe SBB. Die Strecke Bern - St.Gallen ist teurer, dauert weniger lange und Hunger haben wir am Ende auch noch.). Mit der Hilfe von Einheimischen fanden wir in Phitsanulok schnell den Bus nach Sukothai.

Alt-Sukothai ist die Wiege Thailands. Hier wurde die erste grössere Thai-Stadt gebaut (von den Khmer abgeluchst). Wiederum per Rad durchstreiften wir das Gelände. Dieses Mal waren die Sättel luxuriöser als in Ayutthaya. Bei Sascha gab jedoch nach halber Fahrt das Hinterrad auf, was den Unterschied wieder aufhob. Im Vergleich zu Ayutthya ist Sukothai ein richtiger Park, ohne Gebäude, Lärm und Verkehr. Es ist sehr weitläufig. Dennoch kämpften wir uns unter brennender Hitze durch die wunderschönen Ruinen.

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Da die Sehenswürdigkeiten zwischen Bangkok und Chiang Mai zwar schön aber zeitlich nicht sehr aufwändig sind, kamen wir früher als geplant im Norden an. Hier fanden wir das gemütliche Pattara Guesthouse in der "Altstadt" mit Balkon und Aussicht über die Stadt hin zum Doi Inthanon (Höchster Berg in Thailand. Gesehen hat ihn wohl noch kaum jemand, da er fast immer im Nebel steckt - gäu Nicole). Obwohl es die zweit grösste Stadt des Landes ist, sind die kleinen Gässchen, weg vom Verkehr, sehr ruhig und entspannend. Es ist schön, durch die Stadt zu schlendern und die bewundernswerten Tempel anzuschauen. Am Abend geht man auf dem Markt essen und anschliessend im grössten Nachtmarkt von Thailand shoppen und märten.

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Am Sonntag waren wir im Zoo. Es ist ein riesiger und sehr gepflegter Zoo. Wie für Thailand üblich, ist er natürlich sehr gut mit dem Auto befahrbar - direkt mit dem Tuk Tuk vor Leos Wohnung!
Um unseren heutigen Bericht etwas interaktiver zu machen, haben wir ein kleines Quiz vorbereitet. Wer uns die korrekten Namen der drei abgebildeten Tiere schreibt, erhält einen gratis Eintritt im Zoo Chiang Mai (exkl. Flug, Treibstoffzuschlag, Hotel, Tuk Tuk-Transfer). Wir erwarten Eure Antworten.

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Heute fuhren wir ins "Elefant Conservation Center". Hier erhalten Elefanten eine traditionelle Ausbildung zum Arbeitselefanten und auch eine kostenlose medizinische Betreuung durch das angegliederte Elefantenspital. Nach dem Elefantenbaden und der Arbeitsvorführung besuchten wir das Spital. Hier wurde gerade ein Bulle rektalisiert, um anschliessend ein Ultraschall durchzuführen (wäre doch auch was für Prof. J. Lang, oder? Gehört das zum Residency-Programm Radiologie?). Die medizinische Betreuung ist sehr rudimentär. Es stehen nur wenige Medikamente zur Verfügung; das Vetanarcol enthält hier noch sehr viel Schwarzpulver und Blei. Für eine adäquate Flüssigkeitstherapie ist jedoch gesorgt: 20l Ringer-Laktat pro Tag.

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Bangkok

Die Stadt mit dem längsten Namen.

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Bangkok heisst mit richtigem Namen: Erhabene Hauptstadt wie im himmlischen Königreich, wo der Jadebuddha beheimatet ist, uneinnehmbarer, glorreicher, unsterblicher Ort, überaus mächtig, altehrwürdig, neunfach mit heiligen Juwelen geschmückte himmlische Stadt mit zahllosen Palästen, der Platz an dem Könige residieren, auf Befehl des grossen Indra errichtet von Vishnu. Laut 'Guiness Buch der Rekorde' ist dies der längste Namen der Welt. Aus Platzgründen werden wir uns auf die Kurzform "Bangkok" beschränken.

Nicht nur der Name, auch die Stadt ist riesig. Sie ist zu gleichen Teilen faszinierend wie auch abstossend. Luxus und Armut gehen Hand in Hand zusammen; tiefgekühlte Einkaufschlösser und Hotels grenzen an Abwasserkanäle und Slumviertel.

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In den Strassen herrscht das pure Chaos. Hier gilt das altbewehrte Faustrecht "der Stärkere gewinnt". Ab und zu erspäht man im Dunst ganz verschwommen einen Polizisten, der hilflos ins Funkgerät hustet: "mayday, mayday, we have ä stau here". Zudem wimmelt es von uniformierten Trillerpfeifen mit weissen Handschuhen. Sie sorgen für Sicherheit auf dem Trottoir: "Autos first!". Als Fussgänger kann man froh sein, wenn man am Abend wieder heil in den heimischen viel Hotelwänden ist.

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Bangkok sei die Stadt mit den schönsten Tempeln Thailands. Wir haben sehr viele besucht. Es ist eindrücklich, wie tief der Buddhismus in diesem Volk verankert zu sein scheint. Doch mit den Tempeln ist es wie mit den Kirchen in Rom - wer meint, er könne alle besuchen, der irrt sich gewaltig. Auch hier gilt Qualität vor Quantität, oder "die guten ist Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen".

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Doch nun von Anfang an. Wir standen also am Sonntag alleine mit unseren Tevas in den Strassen von Bangkok ohne Unterkunft. Voller Frust machten wir uns auf die Suche nach einem Bett und wurden nach mehreren Hotelbesichtigungen in einer kleinen Herberge fündig. Todmüde fielen wir ins plastifizierte Bett und träumten vom schönen 'Chan Cha Lay' in Krabi. Frühmorgens machten wir eine neue Online-Buchung fürs Woraburi und bezahlten dieses Mal Cash in der Bank ein - und welch Wunder, wir konnten bald darauf im Hotel einchecken. Leider war unsere Zimmerklasse voll belegt, so dass wir 2 Nächte im Super-Deluxe-Room übernachten mussten.

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Vom Hotel aus machten wir täglich unsere Entdeckungs- und Abenteuertouren im Stadtjungle. Trotz schweizerischer Präzisionsplanung am Abend zuvor konnte unser Tagesprogramm nie orginal abgehalten werden. Dennoch haben wir das wichtigste gesehen: Golden Mountain, Grand Palace, Wat Pho, Wat Arun, Standing Buddha, Marble Temple,...

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Unterwegs waren wir immer mit Skytrain, U-Bahn oder Bussen. Tuk-Tuk haben wir nur den Hotelservice in der Soi 4 genutzt, Taxifahrer haben wir kategorisch ignoriert. Wer geglaubt hat, dass man in Bangkok nicht Busfahren kann, der hat sich geirrt: es gibt nämlich eine Logik im Chaos. Man braucht nur die 'Map of Bangkok' vom 'Duty free King', einen highspeed-online-GPS-Kartenleser und etwas Mut und schon kann die Grossstadtsafari beginnen. Unser Fazit: wir sind immer ans richtige Ziel gekommen!

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Wenn uns der Rummel zu viel wurde, flohen wir entweder in die Hotel-Pooloase oder in einen Luxuskühlschrank zum Shoppen, ins Kino gehen oder wir assen uns kreuz und quer durch Asien im Food Court. Am letzten Abend genossen wir eine Vorstellung im thailändischen Puppentheater (Joe Louis Puppentheater). Hier wurde mit Puppen, Schattenfiguren, Maskentänzer und Musik die Entstehung der Mondfinsternis erzählt. Wir waren hellbegeistert.

Nach fünf interessanten Tagen sind wir gesättigt von der Feinstaubbelastung und machen uns aus dem Staub (oder besser Smog) und ziehen Richtung Norden.

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Unten finden Bangkok-Greenhorns ein paar Tips und Tricks:

  • Trau keinem Fremden (Thai oder Westler), der dich auf offener Strasse anquatscht. Er will dir nur eine günstige Tuk-Tuk Fahrt mit Besichtung einer Fabrik aufschwatzen oder dir sonst was verkaufen.
  • Du brauchst kein Tuk-Tuk oder Taxi (reine Geldverschwendung), es gibt genügend Alternativen.
  • Vergewissere dich mit eigenen Augen, ob Attraktionen wirklich geschlossen sind, meist sind die Angeber nur wieder Tuk-Tuk Freunde, die dich auf eine Fahrt (siehe oben) locken wollen.
  • Buche das Hotel frühzeitig über das Internet.
  • Zweifle nie an deiner Mastercard, es liegt am thailändischen System.
  • Frage immer 10 Thais (oder mind. 2 Touris) nach dem Weg und wähle dann den mit höchster Trefferquote.

Posted by kasa 02:46 Archived in Thailand Tagged backpacking Comments (2)

Auf dem Weg nach Bangkok

Kata Beach (Phuket) - Ranong - Hua Hin - Bangkok

overcast 32 °C
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Impressionen des Kata Orient House und Kata Beach:

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Was machen Karin und Sascha am 1. August in Asien? Ist doch klar, wir gehen tagsüber tauchen und am Abend geniessen wir ein Fondue mit Freunden am Pool. Frühmorgens gings per Tauchboot hinaus. Drei Tauchgänge standen auf dem Programm - ein Wracktauchgang (King Cruiser; dort sahen wir zum 1. Mal eine riesige Wasserschildkröte), ein Rifftauchgang (mit dem 1. Hai; er war bestimmt mindestens 13.89m lang (Leopard Hai - für Laien: er hat keine Zähne), zum Abschluss ein Steilwandtauchgang (tausende von Nacktschnecken (im Bademantel natürlich)). Zwischen den Tauchgängen änderte sich unser Wohlbefinden dem Wetter und Wellengang entsprechend - das Wetter wurde zum Schluss immer besser...
Paul (unser Gastvater) hat uns am Abend, zusammen mit Schweizerfreunden, zu einem Original Motié-Moité aus Fribourg eingeladen. Keine Ahnung ob es an den Umständen (30 °C, Thailand) oder am Fondue (und dem Koch natürlich) selbst lag, aber es war herrlich! Auch das Feuerwerk stand dem auf dem Gurten oder vor dem Kloster (damit sich alle die Dimensionen vorstellen können) in nichts nach.

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Am 3. August brachen wir von Kata in Richtung Bangkok auf. Damit wir auch etwas vom Land zwischen Phuket und der Hauptstadt sehen, entschlossen wir uns, die Strecke in zwei Etapen zu machen. Zuerst gings nach Ranong - eigentlich keine Sehenswürdigkeit, doch es hat heisse (sehr heisse, 65 °C) Quellen. Da Karin's Beine immer noch etwas sonnenkrank waren, genoss nur Sascha die Vorzüge dieser asiatischen Heilkräfte.

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Am nächsten Tag ging es auch schon weiter. In strömendem Regen fuhren wir der Grenze von Burma entlang nach Hua Hin. Eine Reise mit dem Bus wird nie langweilig: Das eine Mal werden Billete bis zum abhupen kontrolliert, das andere Mal sind die Schaffner damit beschäftigt, an jeder Haltestelle etwas Essbares zu ergattern, das dritte Mal hat es nicht genügend Sitzplätze. Ein weiteres Mal klappt die Klimaanlage nicht, das andere Mal regnet es dadurch in den Bus, manchmal werden sogar die Reifen gewechselt und jedes Mal gibt es einen Essenshalt. Zudem war die Aussicht grandios.

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In Hua Hin kamen wir nach 7 stündiger Dschungel-Regenfahrt an. Es war nicht einfach in diesem offensichtlichen Touri-Städtchen eine gemütliche, preiswerte Bleibe zu finden. Auch hier wurden wir fündig und richteten uns vorübergehend im "Sand Inn" ein. Hua Hin ist ein alter thailändischer Badeort, der sogar das Sommerhaus des ehrenwerten Königs beherbergt. Wir haben nicht viel von diesem Prunk mitbekommen - enge Gassen mit vielen Bars (mit dazu passendem Personal/in ;-)), muffelige Backpackerabsteigen, Wolkenkratzer, überdachter Strand, quallenhaltiges Wasser, Strandrennponys... (alles zusammen jetzt mal drei, und es überbietet gar Rimini in der Hauptsaison). Riesen Spass hatten wir beim "lädele" auf dem grossen Nachtmarkt. Dort gibt es am Abend viele Essstände mit frischem Fisch, mit Liebe aufgetischte Souvenirstände (zum märten...) und fliegende Händler in den Strassen. Natürlich fehlen in Hua Hin auch die netten Schneider (immer special prices) und nervenden Tuk Tuk-Fahrer nicht.

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Am Abend vor der Abreise buchten wir ein Hotel in Bangkok per Internet, da wir wussten, dass die Preise so viel günstiger sind. Nach stundenlanger Suche einigten wir uns für das Woraburi Sukhumvit Hotel. Doch irgendwie war der Wurm in der Leitung. Entweder klappte das Check-In Datum nicht oder die Kreditkarte wurde abgelehnt. Vermutlich klappte es aber dennoch, so dass wir schlafen gingen.

Je näher wir Bangkok kamen, desto grösser wurde der Verkehrssalat - drei stöckige Kreuzungsknoten, unendliche Strecken ohne U-Turns, fünfspurige Autobahnen mit nur 2 Sicherheitslinien (öhhhh....). Auch der Stau nahm stetig zu. Doch irgendwie erreichten wir den südlichen Busbahnhof dennoch. Per Stadtbus und Skyline erreichten wir problemlos Sukhumvit und fanden auf Anhieb unser Hotel. Unsere Namen waren jedoch nicht auf der Booking-Liste und so standen wir mit unseren tonnenschweren Rucksäcken und den bis zum Himmel stinkenden Tevas ohne Bett in den Strassen von Bangkok... (Fortsetzung folgt, vielleicht...)

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Posted by kasa 04:54 Archived in Thailand Tagged backpacking Comments (4)

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